Angst vor der neuen Verkehrsgewerkschaft?

Verfasst 19. Mai 2010 von karwudtke
Kategorien: Verkehrsgewerkschaft

Na, da scheint aber einer fürchterlich Angst vor wegweisenden Entwicklungen innerhalb der Gewerkschaftsbewegung zu haben: „Bitte meldet jegliches Auftreten von Funktionären von TRANSNET und/oder GDBA in unserem Organisationsbereich mit den dazugehörigen Unterlagen an unseren Kollegen Stefan Heimlich“, schreibt der Bundesfachbereichsleiter Erhart Ott an die lieben Kolleginnen und Kollegen der ver.di.

Dass der unmittelbar betroffene Fachbereich der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft die Gründung einer neuen Verkehrsgewerkschaft innerhalb des DGB nicht ohne Störfeuer hinnehmen würde, war – entgegen aller Absprachen und Zusagen – ja zu erwarten. Trotzdem kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Denn der Anspruch, den der Bundesfachbereichsleiter von ver.di da formuliert, ist schon reichlich weltfremd.

Dass GDBA und TRANSNET im DGB eine neue Gewerkschaft gründen wollen, wird von ver.di begrüßt. Ist ja logisch. Schließlich gibt es so einen Konkurrenten, nämlich die GDBA, weniger. Damit aber nicht genug. Der zuständige Fachbereichsleiter meint, auch die Aufgabenbereiche festlegen zu können, für die die neue Verkehrsgewerkschaft künftig zuständig sein darf. Und das ist nach Vorstellung von Erhard Ott allein der klassische Eisenbahnbereich – mehr nicht.

Nun gut, träumen darf man ja mal. Aber realistisch ist das nicht. Der ver.di-Kollege scheint noch nicht verstanden zu haben, dass zum Jahresende eine neue „Verkehrsgewerkschaft“ entstehen soll, keine neue „Eisenbahngewerkschaft“. Und diese „neue Verkehrsgewerkschaft“ wird natürlich mehr als nur Eisenbahner organisieren. Schließlich tun GDBA und TRANSNET das heute auch schon erfolgreich.

Und künftig wollen und werden sie dies gemeinsam noch viel erfolgreicher tun – ohne damit unmittelbar in Konkurrenz zu anderen Gewerkschaften zu treten. Das ist der Ansatz.

Im Verkehrsbereich sind derzeit lediglich 20 Prozent aller Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. Das heißt im Umkehrschluss: Gut 1,3 Millionen Kolleginnen und Kollegen sind derzeit ohne gewerkschaftliche Vertretung.

Die neue Verkehrsgewerkschaft sollte – und muss – gemeinsam mit ver.di Strategien entwickeln, wie möglichst viele jener Arbeitnehmer künftig überhaupt Mitglied einer Gewerkschaft werden könnten. Da liegen noch soviel Potentiale brach, dass man sich nun wirklich nicht darüber streiten muss, wer für bereits gewerkschaftlich organisierte Kolleginnen und Kollegen zuständig sein darf.

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Nur Sieger bei den Betriebsratswahlen

Verfasst 7. Mai 2010 von karwudtke
Kategorien: Betriebsratswahlen 2010

Das Ergebnis der Betriebsratswahlen liegt vor – und es gibt wieder einmal nur Gewinner. Wie sollte es auch anders sein? TRANSNET und GDBA rühmen sich, ihre Mehrheiten im Wesentlichen verteidigt zu haben; die GDL hingegen ist stolz darauf, in einigen Wahlbetrieben ihre Stimmenzahl deutlich erhöht zu haben. Recht haben beide – irgendwie.

2392 von 3001 Mandaten erringen zu können, das ist für TRANSNET und GDBA sicher ein Erfolg. Die Quote liegt bei gut 80 Prozent, davon können Andere nur träumen. Doch dieses Ergebnis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch Verluste gab. Teilweise an empfindlicher Stelle.

Noch ist die Zahl der Unzufriedenen überschaubar. Zumal die GDL als Konkurrent wohl nur einen kleinen Teil dieser „Wechselwähler“ für sich gewinnen konnte. Doch TRANSNET und GDBA müssen reagieren und viel deutlicher als bisher machen, was sie für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben erreichen wollen – oder bereits erreicht haben.

Das gilt auch für die GDL. Die Lokführergewerkschaft wird nun unter Beweis stellen müssen, dass sie das Vertrauen, das ihr so mancher Wähler erstmals geschenkt hat, auch wirklich verdient. Jetzt gilt es Verantwortung zu übernehmen und nicht immer nur Nein zu sagen. Ich bin sehr gespannt, was wir da in den nächsten vier Jahren erwarten können.

Bewährt hat sich das Zusammengehen von TRANSNET und GDBA bei der Betriebsratswahl. Beide Gewerkschaften sind in vielen Betrieben mit gemeinsamen Listen angetreten. Die sind von den Wählerinnen und Wählern bestätigt worden. Wenn man das als „Testlauf“ für die Gründung einer neuen, gemeinsamen Verkehrsgewerkschaft werten will, kann das Ergebnis nur lauten: Test bestanden!

Jetzt gilt es die Wahl genau zu analysieren und dann die Ärmel hochkrempeln und an die Arbeit. Die Beschäftigten haben ihre Interessenvertretung gewählt und erwarten nun Taten. Vier Jahre sind Zeit genug, deutlich zu machen, wofür die Gewerkschaften in den Betrieben stehen. Ich werde meine Meinung dazu weiterhin sagen.

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Die Bild-Zeitung ist für mich gestorben

Verfasst 26. April 2010 von karwudtke
Kategorien: Beamte

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Na, heute schon die Bild gekauft? Oder am Wochenende die Bild am Sonntag? Offiziell tut das ja keiner. Ich auch nicht.

Aber jetzt werde ich die Bild ganz bestimmt nicht mehr kaufen. So polemisch wie das Blatt wieder mal  gegen Beamte und deren Versorgung hetzt. Das ist unterste Schublade.

Da wird durch unsachliche Verkürzungen, die üblichen Übertreibungen und das Weglassen von Fakten der Eindruck erweckt, Pensionäre bereicherten sich nicht nur ungerechtfertigt, sondern auch noch unverhältnismäßig auf Kosten der Steuerzahler. Eine Unverschämtheit ist das!

Zugegeben, die Haushalte werden derzeit durch Versorgungsausgaben stark belastet. Nur: dass das so ist, ist einzig und allein ein Versäumnis der Politik.

Vergessen – oder bewusst verdrängt – wird, dass bereits in den 1950er Jahren die Besoldung entsprechend des Rentenbeitrags abgesenkt worden ist. Der Differenzbetrag hätte für die spätere Versorgung zweckgebunden zurückgelegt werden müssen.

Dafür, dass die Politik, die von den Beamten durch eine abgesenkte Besoldung erbrachten Beiträge jahrzehntelang für irgendwelchen Unfug verjubelt hat, werden die Beamten jetzt kritisiert. Dabei können die gar nichts dafür!

Und überhaupt – wie steht es denn um die Renten? Da wird doch auch keine müde Mark zurückgelegt. Die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) ist auf jährlich steigende Bundeszuschüsse aus Steuermitteln angewiesen, um die laufenden Renten zahlen zu können. Davon lese ich in der Bild-Zeitung nichts. Das passt den Herren Redakteuren wohl nicht so ganz ins Weltbild.

Deshalb: Für mich ist die Bild gestorben. Ich kaufe dieses Blatt nie mehr. Und wenn das alle, die sich über diese einseitige und unfaire Berichterstattung geärgert haben, auch tun, würde mich das freuen. Mindestens bis Weihnachten sollten wir unseren Boykott aufrechterhalten! Ich hoffe, möglichst viele machen mit!

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Da staunt sogar das Murmeltier ….

Verfasst 24. April 2010 von karwudtke
Kategorien: GDL

Ich habe nun wirklich keine Lust, mich hier ständig mit dem Unsinn, den die eine oder andere Gewerkschaft verzapft, auseinanderzusetzen. Allerdings ist die GDL seit der Aufsichtsratsentscheidung zu Arriva ein dankbares Thema und so kann ich mir eine kurze Bemerkung doch nicht verkneifen.

Denn: Die „Murmeltiermeldung“ vom Freitag, veröffentlicht auf deren Homepage, ist der Knaller! Ich bin beeindruckt, mit welcher Klarheit und Schärfe hier der Vorwurf der Lüge zurückgewiesen wird – um es mal bewusst ironisch zu formulieren.

Eigentlich hätten doch drei Sätze genügt: Die von GDBA und TRANSNET erhobenen Vorwürfe sind falsch. Die GDL hat nicht gelogen. Wir haben nachweislich gegen den Kauf von Arriva gestimmt.

Eine solche Richtigstellung aber sucht man vergebens. Spätestens jetzt weiß jeder auch warum: Weil der von GDBA und TRANSNET erhobene Vorwurf wohl berechtigt ist.

Und weil man eigene Fehler nicht eingestehen vermag, versuchen die Verantwortlichen abzulenken und stellen die GDL wieder mal als armes Opfer fieser Intrigenspiele der gewerkschaftlichen Konkurrenz dar. Auch das hat was vom Murmeltiertag – immer die gleiche Leier. Nur: die glaubt den Lokführern jetzt keiner mehr.

Wer stark, erfolgreich und unbestechlich sein will, muss zunächst einmal ehrlich sein. Am Mut zur Ehrlichkeit aber scheint es der Lokführergewerkschaft zu mangeln. Das sollte zu denken geben – nicht nur vor einer Wahl.

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„Größte Deutsche Lügenbolde“?

Verfasst 23. April 2010 von karwudtke
Kategorien: GDL

Die Führung der GDL als „Größte Deutsche Lügenbolde“ zu bezeichnen, wäre der zweifelhaften Ehre vielleicht doch ein bisschen zu viel – auch wenn sich das aus den Anfangsbuchstaben prima ableiten ließe. Gleichwohl muss an dieser Stelle mal deutlich gesagt werden: Die Führung der Lokführergewerkschaft lügt sich ganz offensichtlich ihre eigene Wahrheit zusammen, so wie es den Jungs gerade in den Kram zu passen scheint.

Da behauptet der oberste Lokomotivführer Klaus Weselsky frech, die GDL habe im Aufsichtsrat der DB AG gegen die Übernahme von Arriva gestimmt. Das ist nachweislich falsch. Der GDL-Vertreter hat sich – wie man hört – in den entscheidenden Fragen der Stimme enthalten! Und das ist doch nur feige!

Kann es sein, dass GDL-Chef Klaus Weselsky dies vielleicht noch gar nicht weiß? Dass der ranghöchste Gewerkschaftsvertreter der Lokomotivführer wie selbstverständlich davon ausgeht, dass der GDL-Kollege ja nur gegen eine Übernahme von Arriva gestimmt haben kann, weil GDBA und TRANSNET für die Abgabe eines Angebots gewesen sind? Dieses „Spielchen“ kennen wir ja nur zu genüge.

Dass GDBA, TRANSNET und GDL in entscheidenden, strategischen Fragen einer Meinung sein könnten, wäre zwar schön, scheint aber nach wie vor nicht in das Weltbild einiger Lokomotivführer zu passen.

Schade eigentlich, denn verantwortliche Arbeit im Aufsichtsrat der DB AG hat mit populistischen Forderungen nichts zu tun. Da ist schon ein wenig Weitsicht gefordert.

Und eben auch der Mut, ehrlich zu seinen Entscheidungen zu stehen. Wer anderes tut, dem werden die Wähler bald schon auch in anderen Fragen nicht mehr vertrauen. Hoffentlich!

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Arriva – Was soll das denn schon wieder?

Verfasst 22. April 2010 von karwudtke
Kategorien: DB AG

Als ich vom angeleierten Deal der Deutschen Bahn AG mit Arriva hörte, dachte ich nur: Was soll denn das schon wieder? Selber rumknausern, sparen und kürzen an allen Ecken und Enden, aber in Europa den flotten Max markieren und eben mal so für ein milliardenschweres Unternehmen bieten. Glaubt es mir, Kolleginnen und Kollegen, das wäre bei der DB ne gute Schlagzeile für ein Flugblatt – gerade jetzt im Betriebsratswahlkampf.

Mit nem Pott Kaffee in der Hand kam ich dann aber daheim ins Grübeln. Was würden die Kollegen von der DB eigentlich sagen, wenn ein anderes großes ausländisches Unternehmen das Geschäft mit Arriva in Angriff genommen und damit zum Sturmangriff auf alle Konkurrenten in Deutschland geblasen hätte? Bestimmt so etwas wie: „Ach, bei uns in Deutschland kaufen die sich überall ein, aber selber lassen sie keinen Konkurrenten zu.“ Oder: „O Mann, da entsteht jetzt ein ganz Großer, jetzt wird es langsam eng für die Mitbewerber, wenn der hier mit Bahnen und Bussen so richtig loslegt!“ Tja, der DB-Vorstand hätte dann wahrscheinlich sein Weichei-Image ein für allemal weg.

Ich gebe gern zu: Auf den ersten Blick nervt der geplante Deal mit Arriva. Kaufen, Verkaufen, Börsenkurse, Aktionäre, Hauptversammlungen – mit der guten alten, vor allen Dingen pünktlichen Eisenbahn hat das alles nicht mehr viel zu tun. Aber das reicht heutzutage nicht mehr. Ich persönlich wollte die Globalisierung nicht, aber vertreiben lässt sie sich jetzt auch nicht mehr, höchstens abmildern. Deswegen ist mir ebenso wichtig, dass der Standort Deutschland, wie die Jungs und Mädels in der Tagesschau immer sagen, gestärkt und nicht geschwächt wird. Dazu gehört, dass auch unser Land im Ausland kauft, und nicht nur umgekehrt. Das kostet natürlich. Das Geld allerdings, dass der Staat der Schiene für die Infrastruktur gibt, darf für so einen Firmenkauf nicht verwendet werden, von niemandem! Das beruhigt etwas. Gut, dass der Bund noch seine Hände im Schienenklavier hat!

Wir als Gewerkschafter müssen jetzt verdammt aufpassen, dass sich die Firma Grube & Co. an ihre Zusagen hält – falls die DB am Ende des Verfahrens den Zuschlag bekommt! Mein Brief ans Zweigestirn Hommel und Kirchner liegt daheim schon auf der Kommode. Das heißt: Firmenkäufe dürfen nicht auf dem ohnehin schon krummen Rücken der Belegschaften von DB und Arriva „finanziert“ werden. Und: Der deutsche Markt muss weiterhin, hoffentlich mit mehr Schmackes, beackert werden. Auch möchte ich, dass die Arriva-Töchter, die aus kartellrechtlichen Gründen verkauft werden müssen, nicht irgendwem in den Rachen geschmissen werden. Auch für die dort tätigen Kolleginnen und Kollegen hat der DB-Vorstand als vorübergehender Arbeitgeber ein hohes Maß an Verantwortung!

Aber mir ist klar, dass nicht nur dadurch Arbeitsplätze gesichert werden. Für unsere Aufgaben als Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in mittlerweile vielen Unternehmen sind mir starke Unternehmen mit Sitz hier bei uns in Deutschland vom Gefühl her lieber, als irgendwelche Holdings, die zudem noch vielen Hundert oder gar Tausend Einzelaktionären rund um den Globus gehören. Für die zählt nur Cash, egal wodurch und von wem die Taler verdient wurden.

PS: Claus Weselsky bekommt von mir keinen Brief. Da er sowieso immer erst darauf wartet, was GDBA und Transnet sagen, und dann anschließend aus Prinzip das Gegenteil behauptet, kann er ja keine eigene Meinung haben. Mensch Claus! Mach Dir endlich mal Deinen eigenen Kopp!

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Unehrlich oder nur vergesslich?

Verfasst 11. April 2010 von karwudtke
Kategorien: GDL

Nun wird also alles anders, vor allem aber besser. Denn nun ist die GDL im Konzernaufsichtsrat der DB AG vertreten – „erstmalig“, wie sie uns zu vermitteln versucht.

Und da sie jetzt endlich drin ist, in jenem Gremium, in dem die Lokführergewerkschaft – glaubt man ihren Meldungen – noch nie vertreten war, will sie dort gleich neue Maßstäbe setzen: Das Unternehmen Deutsche Bahn soll künftig „unter Beachtung auch gewerkschaftlicher Ziele“ wachsen, heißt es in einem Interview mit dem GDL-Vertreter Mario Reiß. Das ist ja mal eine ganz neue Aufgabe für den Aufsichtsrat.

Gleichzeitig aber will die GDL Netz und Betrieb trennen. Was das für die Beschäftigten bedeuten würde, denen dann beispielsweise der konzernweite Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stünde, darüber will ich gar nicht spekulieren. Fakt aber wäre, dass Mario Reiß seinen Sitz im Konzernaufsichtsrat verlöre – den Konzernaufsichtsrat gäbe es bei einer Trennung von Netz und Betrieb gar nicht mehr. Offensichtlich sägen die Lokführer an ihren eigenen Stühlen, ohne es zu merken.

Und mit der eigenen Historie gehen sie auch recht eigenwillig um. Versuchen den Anschein zu erwecken, erstmalig“ im Konzernaufsichtsrat vertreten zu sein und verleugnen dabei ihre Vergangenheit. Warum?

Erinnert sich bei der GDL niemand mehr an Peter Conrad, der von 1994 bis 1995 im Aufsichtsrat saß? Oder an Heinz Hermanns, der die Lokführergewerkschaft von 1995 bis 1999 im Aufsichtsrat der Holding vertreten hat? Danach war der Kollege Horst Fischer bis 2005 drin. Seit Gründung der DB AG gab es nur eine Wahlperiode – die von 2005 bis 2010 – in der die GDL nicht im Konzernaufsichtsrat vertreten war.

Sollte die Arbeit dieser Kollegen als Arbeitnehmervertreter im höchsten Kontrollgremium der Bahn so schlecht gewesen sein, dass man jetzt besser den Mantel des Vergessens darüber hüllt? Oder beginnt die Zeitrechnung der Lokführergewerkschaft neuerdings erst mit der Wahl von Claus Weselsky zum Vorsitzenden?

Vertreter der GDL waren in der Vergangenheit stets in allen wichtigen Aufsichtsräten des Konzerns vertreten. Möglich, dass sie dort dadurch aufgefallen sind, dass sie nicht auffielen, und deshalb in Vergessenheit gerieten? Oder ist dieses Verschweigen gar Taktik? Damit niemand merkt, dass so manche Entscheidung, die heute von der Lokführergewerkschaft kritisiert wird, von den eigenen Leuten in den Aufsichtsräten seinerzeit nicht torpediert wurde?

Es ist sicher legitim, Wahlergebnisse, vor allem aber Erfolge so auszulegen, wie es einem passt – aber man muss ehrlich dabei bleiben. Wäre doch schade, wenn sich der Slogan „stark, unbestechlich und erfolgreich“ zu sein, als ebenso unzutreffend erweisen würde, wie der Versuch, den Mitarbeitern bei der Bahn glauben zu machen, als GDL noch nie im Konzernaufsichtsrat vertreten gewesen zu sein.

Die Wahrheit kommt irgendwann immer ans Licht.

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