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Kein Mandat zum Nein sagen

11. März 2010

Wer hat sie denn nun gewonnen, die Aufsichtratswahlen bei der Deutschen Bahn? Die GDL kürt sich selbst zum eigentlichen Sieger und bewertet das Ergebnis als klare Absage an die Politik der bisher im Konzern-Aufsichtsrat vertretenen Gewerkschaften.

Kann mir mal einer erklären, wie die Lokführer zu so einer abwägigen Einschätzung kommen? Gerade mal 16 Mandate hat die GDL errungen, ein paar mehr als noch vor fünf Jahren. TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA aber stellen immer noch  80 der insgesamt 99 Aufsichtsräte. So gesehen ist dieses Votum doch keine Absage an eine für die Arbeitnehmer erfolgreiche Interessenvertretung.

Stark, unbestechlich, erfolgreich, wollen sie sein, die Vertreter der Lokführer. Von ehrlich sprechen sie nicht. Das hat wohl auch seine Gründe. Denn dass die „in uns gesetzten Erwartungen vollumfänglich erfüllt“ worden sind, wie die GDL auf ihrer Homepage behauptet, stimmt so ja wohl nicht.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass deren Vorsitzender wochenlang durch die Lande gezogen ist und vollmundig angekündigt hat, demnächst im Aufsichtsrat des DB Konzerns andere Seiten aufziehen zu wollen.

Und was ist das Ergebnis? Grandios gescheitert ist er! Im Aufsichtsrat des Konzerns wird der Spitzenfunktionär der GDL auch künftig weder Sitz noch Stimme haben. Da sind weiterhin nur TRANSNET und GDBA vertreten. Die nötige Mehrheit der Delegierten hat ihm nicht das benötigte Vertrauen geschenkt. Warum nur, frage ich mich?

Bei DB Regio hat die GDL die selbstgesteckten Ziele ebenfalls verfehlt. Hier wollte man die Mehrheit an sich reißen. Zum Schluß hat es nur für ein Patt gereicht.

Und doch behaupten die Lokführer frech: So sehen Sieger aus. Diese Überheblichkeit und Arroganz macht mir den Laden nicht gerade sympathisch. Warum können die nicht einfach nur ihren Erfolg genießen und auf diese Form der Agitation verzichten?

Wahrscheinlich, weil die GDL glaubt, nur wahrgenommen zu werden, wenn sie anders ist als die anderen Gewerkschaften. Und so fürchte ich, werden deren Funktionäre auch weiterhin auf „dicke Backe“ machen. Die neun neuen von insgesamt 99 Mandate werden die Lokführergewerkschaft in ihrer unsäglichen Auffassung bestätigen, mit den Anderen nicht zusammenarbeiten zu müssen. Ob das aber Wunsch und Auftrag der Delegierten war?

Für mich ist ganz klar: Wenn die jetzt weiter auf Fundamentalopposition machen, werde ich sauer! Zum Nein-Sagen aus Prinzip gab es kein Mandat. Die Eisenbahner wollen eine vernünftige Interessenvertretung. Deshalb stellen TRANSNET und GDBA auch weiterhin gut 80 Prozent aller Aufsichtsräte bei der Deutschen Bahn. Ich finde, dass ist gut so.

Diesen Beitrag kommentieren? E-Mail an: karwudtke@gdba.de

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